Das Moos auf einem Stein leuchtet in der Sonne

Heute erfahre ich, dass in unserem Atem ein wunderschönes kleines und gleichzeitig großes Geheimnis versteckt ist, das unser Leben sehr viel schöner und stabiler machen kann.

Mich empfängt ein sehr weißes Szenario: Die Landschaft ist weiß und ein weiblicher Spirit mit langen weißen Haaren und weißer Kleidung  sitzt vor mir. Ich erfahre, dass die Farbe Weiß für Klarheit des Bewusstseins, Reinheit und Weisheit steht. Der Spirit schaut mich sehr gütig und wohlwollend an und ich spüre, dass sie eine sehr alte erfahrene Seele ist. Sie zeigt mir ein weißes Kästchen, öffnet es und ich sehe darin einen Stein. Sie legt den Stein in meine Hand.

Spirit: Das ist der Stein der Weisheit. Wie fühlt er sich an?

Ich: Er ist nicht so schwer wie erwartet und nicht so kalt, also eher lauwarm.

Meine Handinnenfläche kribbelt etwas.

Spirit: Wie noch?

Ich: Friedlich, aber voller Energie, eine ruhige Energie. Aber auch prickelnd.

Spirit: Schließe deine Hand.

Ich schließe meine Hand und stelle fest: Jetzt schläft er.

Spirit: Öffne deine Hand.

Ich öffne meine Hand und bin überrascht: Oh, jetzt strahlt er hell.

Ich freue mich wie ein Kind über diese Überraschung. Das muss ich gleich nochmal probieren. Ich schließe und öffne meine Hand einige Male. Es wiederholt sich. Faszinierend! Ein tolles Spielzeug.

Spirit: In jedem Menschen schlummert so ein Stein. Bei vielen ist die Hand geschlossen. Erst wenn man sie öffnet, kann die Weisheit erstrahlen. Das nennt man Bewusstsein.

Ich spüre in das Strahlen des Steines. Es ist Lebensfreude, Energie, Tatkraft, Zuversicht, Kreativität, der Wille, in die Welt zu gehen, etwas darin zu bewirken und sich daran zu erfreuen. Also wie ein Baby oder Kleinkind sich an der Welt erfreut. Es ist eine unverbrauchte Energie, ohne negative Erfahrungen und Verletzungen. Einfach eine Freude über und auf die Welt, so wie sie am Anfang des Lebens in jedem Menschen steckt. Aber Besonnenheit ist auch mit dabei, nicht einfach ein Losstürmen, sondern ein achtsames Vorgehen. Ich spüre auch Liebe und Herzenergie.

Sie lächelt und wartet ab. Ich spüre weiter.

Ich: Alles ist gut, wie es ist. Es ist das Gefühl, in allem etwas Positives zu finden, und wenn das nicht geht, einfach und flexibel einen anderen Weg zu gehen. Es ist ein Gefühl von Vertrauen, dass alles gut wird.

Spirit: Schließe die Hand wieder. Und schließe die Augen.

Ich befolge ihren Vorschlag und werde ganz still und ruhig. Keine Gedanken, keine Gefühle. Einfach Ruhe. Das ist auch schön nach diesen ganzen aufregenden Erlebnissen. Ich genieße die Stille. Dann regt sich langsam wieder meine Herzenergie. Mein Herz sendet mir und der Welt Freude und Liebe. Es ist, als ob diese in meine Hand mit dem Stein strömen, sodass sich die Hand wieder von allein öffnet und der Stein wieder zu strahlen beginnt. Die Stille ist wie ein Dynamo, der erst das Herz und dann die Hand mit dem Stein, also das Bewusstsein, antreibt. Also ist das noch mal ein sehr anschauliches Beispiel, warum Stille die Voraussetzung für Freude, Liebe und Bewusstsein und damit für Lebensfähigkeit und Handlungsfähigkeit im besten Sinne ist. Wenn wir unser Handeln danach ausrichten würden, wie würde sich das auswirken?

Spirit: Ihr würdet nach höchster Weisheit handeln. Euer Leben würde sich zum Wohle aller Menschen und Lebewesen entwickeln. Es sollte ein Abwechseln zwischen Stille (geschlossene Hand) und Aktivität (offene Hand) sein. Es sollte also nicht bei einem Zustand bleiben, sondern ist wie Ein- und Ausatmen. Erst zusammen bekommt es eine Qualität, die man Leben nennt.

Ich verbinde die Handbewegung mit dem Atem. Es erscheint mir, dass der absolute Zustand jeweils erst kurz vor der Umkehr in den anderen Zustand erreicht ist. Das bedeutet: Wenn ich ausatme und die Hand schließe, spüre ich die Stille in der kurzen Atempause vor dem Einatmen. Wenn ich einatme und die Hand öffne, spüre ich die meiste Kraft in der Atempause vor dem Ausatmen. Dann probiere ich es auch andersherum und schließe die Hand beim Einatmen und öffne sie beim Ausatmen. Das erste fühlt sich aber besser für mich an.

Spirit: Genau das ist die Dynamik des Lebens. Das Leben ist ein ständiger Wandel, sonst wäre es leblos. Es kann nur durch Wandel existieren.

Ich: Wir können den Wandel nur versuchen zu lenken, oder?

Spirit: Das ist die schlechtere Möglichkeit. Wenn du etwas erzwingen willst, nimmst du ihm die natürliche Kraft. Das ist so unsinnig, wie einen Fluss zu begradigen. Diesen Weg geht dir schon viel zu lange.

Ich: Was tut man dann?

Spirit: Der Wandel kommt. Beobachte ihn, lerne ihn kennen. Wenn du die Stille zwischen Ein- und Ausatmen beobachtest,…

Ich: … spüre ich die Ewigkeit, die hinter dem Wandel und dem Leben steht. Dieser Moment scheint die Wahrheit zu sein, das Göttliche oder wie man es auch immer nennen möchte. Das Geheimnis liegt in der Stille vor dem Wechsel/ Wandel!

Sie lächelt.

Ich: Es wird plötzlich so unwichtig, etwas lenken zu wollen. Ich möchte mich dem Wandel einfach nur hingeben, weil ich mich der Wahrheit dahinter hingebe. Sie erscheint viel realer als der Wandel und das Leben. Die Ewigkeit gibt mir ein Gefühl von noch tieferer Stille und Erdung als zuvor. Meine Füße fühlen sich ganz stabil auf der Erde stehend an. Ich fühle mich, als könnte mich nichts umwerfen. Kein einziger Wandel, keine Krise, keine negative Strömung. Es geht also nicht darum, alles so zu lenken, dass es uns bequem ist und uns weniger Angst macht. Es geht nicht darum, Dinge zu manipulieren. Sondern es geht darum, die Ewigkeit zu spüren und dadurch ein unerschütterliches Vertrauen zu entwickeln. Denn alles Sichtbare ist nicht so real wie diese Stille und Ewigkeit hinter dem Sichtbaren. Das Sichtbare fühlt sich unwirklich im Vergleich zur Ewigkeit an, wie ein Traum. Das absolute Vertrauen und Nichtmanipulieren wäre zumindest der Idealzustand. Im Alltag verändern wir ja ständig etwas. Aber ich denke, mit diesem Erlebnis heute ist die Richtung gemeint, an der wir uns orientieren können, so dass unser Handeln immer mehr durch Hingabe bestimmt wird statt durch Manipulation, oder?

Spirit: Es geht nicht mal so sehr um dein Handeln, sondern vielmehr um deine innere Haltung. Du kannst handeln, wie ihr Menschen das gewohnt seid, doch innerlich kannst du komplett anders sein als bisher. Deine innere Verbindung zur Ewigkeit reicht vollkommen aus. Dann verändert sich dein Handeln automatisch. So herum funktioniert es. Nicht so, dass du mit deinem Verstand sagst: Ab heute gebe ich mich allem hin und manipuliere nichts mehr. Es muss in deinem Innersten, in deinem Bewusstsein eine Veränderung stattfinden. Mehr musst du nicht tun. Vertrauen. Nur Vertrauen. In das Universum, das Göttliche, Pachamama, das große Ganze und alle weiteren Namen. Das ist alles. Mehr müsst ihr nicht tun, wenn ihr etwas zum Positiven verändern wollt.

Ich: Okay. Der Verstand versucht halt immer wieder sich einzumischen.

Ich betrachte den Stein in meiner Hand und frage: Ist das eigentlich mein Stein?

Spirit: Ja.

Ich: Dann kann ich ihn ja behalten und weiter damit spielen.

Sie nickt lächelnd.

Ich bedanke mich bei ihr und verabschiede mich.

Das göttliche Geheimnis im Atem

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